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Wiedergeburt der Frankfurter Altstadt

Zwischen Dom und Römer tauchen die Besucher in eine Vergangenheit ein, die es in dieser Ästhetik und Perfektion nie zuvor gegeben hat. Nach Abschluss der sechsjährigen Bauphase können sich Bürger und Touristen der Mainmetropole in den historisch anmutenden Gässchen jetzt ein eigenes Urteil darüber bilden, ob die kühne Entscheidung der Stadt Frankfurt richtig war, ihre Altstadt auf dem 7000 Quadratmeter großen Areal wiederauferstehen zu lassen. Sie soll so aussehen wie vor ihrer Zerstörung durch die Luftangriffe von 1943 und 1944. Komplett mit Fachwerk, Innenhöfen, figürlichem Schmuck und – in einem Fall – Vergoldungsarbeiten. Die Optik der Vorkriegszeit wird allerdings mit dem Komfort moderner Technik und den Auflagen der hessischen Bauordnung kombiniert.

Vor sechs Jahren erhielt die Firma Caparol den Auftrag, die Fassadenfarben für die historischen Bauten zu liefern. Ein Großteil der Außenflächen wurde mit Histolith Fassadenkalk oder mit Sol-Silikatfarbe gestrichen, für die Holzbauteile wurde Histolith-Leinölfarbe verwendet. Die Kollektion Histolith ist speziell für Renovierungen denkmalgeschützter Häuser konzipiert. „Moderne Architektur ist viel farbiger, weil es heute ja ganz andere Pigmente als im 19. Jahrhundert gibt“, erklärt Dr. Christian Brandes, Caparol Experte für hochwertige Altbau- Renovierung. In ihrer Haptik entsprächen Silikatfarben am ehesten dem historischen Vorbild, aber auch Kalkfarben, die in der Verarbeitung allerdings aufwendiger sind.

Fünf Rekonstruktionsfassaden hat die Firma Steuernagel & Lampert GmbH (Groß-Bieberau) mit Histolith-Beschichtungen angelegt, darunter auch die „Goldene Waage“. Der von dem Frankfurter Architekten Jochem Jourdan rekonstruierte Renaissancebau mit seinen Goldverzierungen und den integrierten Spolien (Originalstücken des Original- gebäudes) ist der Foto-Star der neuen Altstadt. Das Fachwerk der Fassade besteht aus altem Eichenholz aus historischen Bauten. „Für die Beschichtung der Fachwerkfassaden von Goldener Waage und Rebstockhof wurde von uns die Histolith-Leinölfarbe mit Echtpigmenten aus der Region abgetönt“, sagt Jörg Held, Geschäftsführer Steuernagel & Lampert. So wurde ein möglichst authentisches Aussehen erzielt. Beim Streichen der Holzdecke des Rebstockhofs in der Braubachstraße verwendete die Firma Caparol Alkyd Geo, ein neuartiges Lackbindemittel, das zu 50 Prozent aus nachwachsenden Rohstoffen hergestellt wird.

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